
Arzt und Schriftsteller
Dr. Hans Kloepfer (1867 - 1944), Arzt und populäre weststeirische Mundartdichter, arbeitete als Erzähler und Dichter.
Väterlicherseits
Kloepfers Familie stammt väterlicherseits aus Schwaben und zwar aus Giengen an der Brenz, nahe der bayrischen Grenze gegen die Donauebene zu. Seine Vorfahren waren dort selbst Messerschmiede und Erzeuger von chirurgischen Instrumenten.
Jakob Kloepfer (1754 - 1841): Urgroßvater (Stadtrat)
Georg Kloepfer (1801 - 1890): Großvater
Johannes Kloepfer (1834 - 1905): Vater, 50 Jahre bürgerlicher Chirurg in Eibiswald
Hans Kloepfer (1867 -1944): Doktor der Medizin in Eibiswald und Köflach
Seine Kinder:
Thomas: Arzt in Köflach
Hans: Mittelschulprofessor in Graz (beide nach 1958 gestorben)
Seine Geschwister:
Mitzi: Kaufmannsgattin in Kirchbach
Käthe: unverheiratet (1953 gestorben)
Mütterlicherseits:
Sebastian Fuchs: Urgroßvater, Uhrmachermeister zu Vorau in der Oststeiermark
Patritz Fuchs (1789 - 1867): Großvater, Schulmeister an der Werksschule der KK. Messingfabrik zu Frauenthal, Weststeiermark
Ludovika Fuchs (1840 - 1901): Mutter
Patritz Fuchs und dessen Gattin Maria (1801 - 1874) sowie die Eltern des Dichters, Johannes und Ludovika Kloepfer sind an der Südmauer des Eibiswalder Friedhofes, rechts vom Eingang, beerdigt.
Kloepfers Vater Johannes studierte bis 1855 an der Hochschule in Tübingen und anschließend bis 1856 an der Universität in Graz, wo er das Diplom als Wundarzt und Geburtshelfer erhielt.
Er trat darauf sogleich beim Wundarzt Johannes Philipp in Eibiswald als Provisor gegen einen Monatsgehalt von 16 Gulden ein.
(Ersterer war der Schwiegersohn und Nachfolger des Chirurgen Johannes Kogler aus St. Stefan ob Stainz, dessen Grabstein sich an der östlichen Kirchenmauer befindet).
Unter finanzieller Mithilfe seines Vaters kaufte Kloepfers Vater 1861 das heutige "Kloepferhaus" als Brandruine nach dem großen Marktbrand von 1854, wo damals 32 Wohnhäuser und 35 Wirtschaftsgebäude in Schutt und Asche sanken.
Die heutigen beiden großen ebenerdigen Räume hatten bis dahin als Stallungen gedient. Kloepfer mußte das Haus bis auf die Umfassungsmauern neu aufbauen.
Das Haus befindet sich bis heute in dem Zustand des Jahres 1863/64.
Hier wurde am 18. August 1867 (Geburtstag von Kaiser Franz Joseph) der Dichter Hans Kloepfer als zweites Kind des Ehepaares Johannes Kloepfer geboren.
1873 - 1877: Volksschulzeit in Eibiswald
1877 - 1885: Gymnasialzeit im 1. k.u.k. Staatsgymnasium Graz
1885 - 1891: Hochschulzeit, dazwischen von 1888 - 1889 Ableistung des
"Einjährigen- Freiwilligenjahres" im Garnisonspital Nr. 7 Graz, Karmeliterplatz.
Als Einj. freiw. Sanitätszugsführer abgerüstet.
1892 trat er zum Praktikum als Volontär im alten Allgemeinen Krankenhaus in der Paulustorgasse ein und beendete dieses 1893 als Sekundararzt II. Klasse.
Anschließend arbeitete er in der Praxis seines Vaters in Eibiswald. Durch Empfehlung des Direktors des Eibiswalder Stahlwerkes, Ferdinand Knaffl, erhielt er 1894 bei der Alpine Montangesellschaft die Stelle eines Werksarztes mit dem Sitz in Köflach, die er bis zu seinem Tod innehatte.
Kloepfer heiratete 1902, im Alter von 35 Jahren, Martha Steiner, die Tochter des Bergverwalters Thomas Steiner in Vordersdorf bei Eibiswald, wo selbst dieser einem großen Kohlenbergwerk der Graz-Köflacher-Bahn vorstand.
Thomas Steiner entstammte einer alten Kärntner Bergmannsfamilie und war der beste Freund von Kloepfers Eltern.
Der Dichter ist am 26. Juni 1944 infolge eines Schlaganfalles, 77 Jahre alt, in Köflach gestorben.
Seine Witwe überlebte ihn um 10 Jahre und starb am 03. August 1954, 79 Jahre alt, in Köflach.
(Sie hatte als Ehrengast an der Eröffnung des Kloepfermuseums in Eibiswald am 1. August 1954 teilgenommen.
Sie schilderte am 3. August nachmittags ihrer besten Freundin die für sie so erhebenden Augenblicke während der Eröffnungsfeierlichkeiten. Mitten in ihrer Erzählung erlitt sie einen sofort tödlichen Herzschlag.
Aus alter Zeit, Steirische Geschichten, Aus dem Sulmtale, Was mir die Heimat gab, Um den Zigöllerkogl, vom Kainachboden, Dahoam, Erntedank, Joahrlauf, Von meinen Wegen, Sulmtal und Kainachboden,
Gesammelte Gedichte, Aus dem Bilderbuch meines Lebens, Geschichte von Eibiswald sowie hunderte von Aufsätzen und Beiträgen in Zeitschriften und Tageszeitungen.
Vertonung des Vagantenliedes von Kernstock (Taschenliederbuch des steir. Sängerbundes Nr.16, Seite 68) und verschiedene Singspiele und Stücke für Kasperltheater.
Silbernes Zivilverdienstkreuz (1913), Goldenes Verdienstkreuz für Ärzte (1925), Verdienstzeichen in Gold (1933) Mozart-Preis (1939), Goethe-Medaille (1941), Raimundpreis (1942), Ehrenmitglied des Historischen Vereines für Steiermark (1929), des Bundes Deutscher Schriftsteller (1937) und der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie (1941).
Ehrenbürger von Eibiswald (1925), Köflach (1927) und der Stadt Graz (1942).